Jahresrückblick 2020

Noch wenige Momente und das geschichtsträchtige Jahr 2020 geht zu Ende. Ein Jahr mit vielen Rückschlägen und Herausforderungen - nicht nur für die Gastronomie, sondern für vielerlei Branchen. Unsere Brauerei blieb davon nicht verschont und musste sich zu einem gewissen Grad umorientieren. Jedoch konnten wir dank kräftiger Unterstützung durch unsere Vereinsmitglieder, Kunden und Partner das Gröbste bewältigen und dennoch auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Was wir dieses Jahr erreicht haben, motiviert uns, auch das 2021 mit all seinen Facetten für uns und unsere Brauerei zu nutzen und weiter zu wachsen. Aber nun zu den wichtigsten Ereignissen, Geschichten und Neuigkeiten aus unserer Brauerei.



Bierkenner mit Diplom


Im Januar und Februar haben sich Dominik und Luca aufgemacht, um tiefer in die Welt des Bieres einzutauchen. Sie fuhren im Januar für eine Woche nach Gräfelfing bei München und im Februar ebenso lange nach Obertrum bei Salzburg. Das Ziel dieser zwei Wochen in Bayern und Österreich war es, als Diplom-Biersommeliers zurückzukehren und das Erlernte in die eigene Brauerei miteinzubringen. Raphael tat dies bereits einige Jahre zuvor und war massgeblich an dem Entscheid, diese Weiterbildung anzugehen, beteiligt. Die gesammelten Erfahrungen, das angeeignete Wissen und die neu gewonnenen Bekanntschaften sind für uns als Brauerei und als Bierenthusiasten sehr wertvoll und wir konnten schon viel davon profitieren. Unsere beliebten Bierdegustationen und Brauereiführungen bestechen nun durch noch mehr Fachwissen und Vielfalt. Und der Kontakt zu unseren deutschen Sommelier-Freunden hat auch schon Früchte getragen (dazu später mehr). Alles in allem war es ein grandioses Erlebnis, die Weiterbildung bei Doemens und bei Kiesbye absolvieren zu dürfen. Wir freuen uns, unsere Gäste mit feinstem Bier und erfrischendem Wissen dazu auch in Zukunft zu unterhalten und unsere Begeisterung weiterzugeben.



Innovation für die Schweiz


Was von langer Hand geplant war, wurde im Frühling Wirklichkeit. Schon seit geraumer Zeit spielen wir mit dem Gedanken eine Art Zweitmarke zu kreieren. Vor allem sollte diese bei innovativen Produktneuheiten zum Zug kommen. Umgesetzt haben wir die Zweitmarke oder das Secondbrand beim CÜPLIPA Brut IPA. Wir fanden es deshalb sinnvoll, weil es einerseits ein sehr junger und somit eher unbekannter Bierstil ist und andererseits weil wir das erste Mal in Dosen abfüllen wollten. Die Dose ist nicht nur für die Haltbarkeit und Lagerung des Bieres besser als die Flasche, sondern ermöglicht auch mehr Fläche und Möglichkeiten für das Design. Was dabei rausgekommen ist, überzeugte vom Geschmack her und durch die visuellen Aspekten, denn das CÜPLIPA erfreute sich schweizweit grosser Beliebtheit und war nur bis Mitte Dezember verfügbar. Zum ersten Mal wurde ein schweizweiter Vertrieb angestrebt und auch erfolgreich umgesetzt. In verschiedenen Craft Bier Shops von Yverdon über Murten und Kloten, bis nach Wetzikon standen dieses Jahr feinste Biere aus dem Leimental in den Regalen.



Wer sich sein Bier direkt nach Hause bestellen wollte, konnte dies, wie bis anhin, bequem auf unserer Homepage erledigen. Was aber neu ist, ist der neue Look unserer Homepage und unseres Onlineshops. Neue Produktefotos wie auch die Möglichkeit, die Harasse oder das Sixpack mit wenigen Klicks nach Belieben zu bestücken, verhelfen zu einem besseren Online-Einkaufserlebnis. Ausserdem wollten wir auch vermehrt den Fokus auf unseren Blog richten und euch hier spannende Hintergründe und Infos zu unseren Bieren, den Events und unserer Brauerei liefern.


Sommeroasen in der Stadt


Trotz der speziellen Situation wurde das letztjährige Projekt "Fähribödeli" auch dieses Jahr in den Sommermonaten durchgeführt. Dies sehr zu unserer Freude; denn wie letztes Jahr durften wir wieder alle sechs Zapfhähne mit unserem Landskroner Bräu belegen und insgesamt sechs verschiedene Biere ausschenken. Aufgrund diverser Rückmeldungen aus dem letzten Jahr haben wir entschieden, dieses Jahr das Personal zu schulen und eine geführte Degustation durchzuführen. Damit wollten wir die Wichtigkeit des richtigen Ausschenkens und Verkaufens unterstreichen. Dies hat sich bewährt und viele Besucher:innen konnten kühle Biere an heissen Sommertagen in der Oase unter dem Basler Münster geniessen.

Mitten in Basel wurde an der Streitgasse 4 ein Zwischennutzungsprojekt von Pro Innerstadt lanciert. Das Projekt "This is Yours" sah vor, den vorgängigen Modeladen "Bogner" so umzugestalten, dass kleine lokale Anbieter eine Verkaufsfläche an bester Lage nutzen können. Wir durften im Erdgeschoss das Bistro mitgestalten und den Part der Zapfanlage realisieren. Dort haben wir die Möglichkeit, vier verschiedene Biere auszuschenken. Diese konnten wir an einigen Events einsetzen und in unserem Werbevideo bestens in Szene setzen. Die Lokalität bietet auf dem Trottoir mit upgecycletem Mobiliar zwischen blühendem Oleander ein idealer Ort, um der Hektik der Einkaufsstrasse zu entfliehen.


Landskroner Bräu auf Japanisch?


Durch die Bollwerk Buvette und durch das This is Yours durften wir Toru kennenlernen. Er ist halb Japaner und halb Schweizer und versteht es, typische japanische Küche (abgesehen von Sushi) schmackhaft zu machen. Er konnte sich bei der Degustation am Fähribödeli von der Qualität unserer Biere überzeugen und stellte uns sein neues Projekt vor. Dabei handelte es sich um das erste traditionelle japanische Restaurant - ein sogenanntes Izakaya. In ein Izakaya geht man, um verschiedene Speisen in kleinen Portionen und diverse Biere und Sake zu verköstigen. Das spezielle dabei: Es geht darum, viel Zeit mit Freunden und Familie dort zu verbringen - eine Art Gastropub. Also genau das Richtige für richtig gutes Craft Bier. Neben seinen japanischen Bieren in der Flasche bietet Toru nämlich gleich zwei Sorten Landskroner Bräu an: das Blond und das Brunette; beide direkt ab Fass. Wir freuen uns sehr, Teil dieses Erfolgsmodells zu sein und im Miake Izakaya so prominent vertreten zu sein.


Bierevents unter neuen Voraussetzungen


Wer dieses Jahr auf die beliebten und belebten Bierevents setzte, wurde leider genauso enttäuscht wie wir. Nichts hätten wir lieber gemacht, als euch an einer Biermesse zu treffen, über unsere neuen Bierkreationen zu fachsimpeln und selbstverständlich anzustossen. Wie viele von euch, vermissen wir diese Momente sehr. Nicht nur weil wir gerne gesellig sind, sondern auch weil der Kontakt zu unseren Freunden anderer Brauereien zu kurz gekommen ist. Wir erleben diese Events immer unter zwei Aspekten: einerseits um euch unser Bier näher zu bringen und andererseits um in der lokalen Bierszene Kontakte zu knüpfen oder zu pflegen. Meist resultieren spannende Gespräche und aufgrund des Austauschs profitieren alle. Denn obwohl wir Konkurrenten im eigentlichen Sinn sind, überwiegt doch die Liebe zum Bier und zu einer intakten Bierszene in der Region.


Der Regio-Brauereitag bildete mit dem Bierevent an den Genusstagen Basel die Ausnahme. Die 11. Ausgabe war, trotz vieler Herausforderungen aufgrund Corona, ein voller Erfolg. Wir sind stolz darauf, massgeblich an der Planung dieser Tradition beteiligt gewesen zu sein. Wie jedes Jahr zuvor, haben wir einen wunderbaren geselligen und vor allem sonnigen Tag erlebt mit dem Unterschied, dass sich die Besucher:innen dieses Jahr noch einen Tick mehr auf diesen Tag gefreut haben. Lange war unsicher, ob wir die Veranstaltung überhaupt durchführen können. Deshalb war auch auf unserer Seite die Erleichterung entsprechend gross, als alles wie geplant geklappt hat.



In ungewohnt kleinem Rahmen durften wir im September unseren Stand in der Markthalle in Basel aufbauen. Die Genusstage Basel fanden statt und innerhalb dieses Anlasses hat das Bierrevier eine kleine aber feine Biermesse ins Leben gerufen. Mit acht anderen Kleinbrauereien durften wir unsere Biere anbieten und immerhin ein bisschen Biereventatmosphäre geniessen. Halt eben auch, coronabedingt, mit einigen Einschränkungen, aber dennoch eines unserer Highlights in diesem Jahr.


Erster Leimentaler Dry Gin


Was die Krise an Positivem mitgebracht hat? Klar, man konsumiert bewusster und vor allem lokaler. Aber dennoch fehlten uns die Events und Gastrobetriebe, um vor allem unser Fassbier abzusetzen. Wir hatten daher rasch gehandelt und mit Basilisk Gin einen Plan aus der Schublade gezogen, den wir schon seit einiger Zeit griffbereit hatten: einen Gin auf Bierbasis herzustellen. Aus 600 Liter Landskroner Brunette haben wir bei der Destillerie Zeltner in Dornach einen Bierbrand produziert, der als Basis für den Dry Gin mit typischen Basler Geschmacksnoten diente. Veredelt wurde der Gin mit Gewürzen, die in der regionalen Basler Küche seit Jahrhunderten Verwendung finden - typisch für die prämierten Basilisk Gins. Das Motto lautete: "Wo Hopfen und Malz auf Wacholder trifft" und genau dies findet sich im Gin wieder. Bereits nach dem ersten Rampenverkauf ende November haben wir eine grosse Anzahl Ginflaschen verkaufen können und auch die Onlinebestellungen liessen nicht lange auf sich warten. Wir haben aber noch ein paar wenige Exemplare parat, die darauf warten, verköstigt zu werden. Für Cocktail-Rezeptideen könnt ihr uns sehr gerne kontaktieren oder uns eure Ideen und Versuche mitteilen - wir sind gespannt.


Beliebte Monatsbiere


Unsere Biere haben wieder den Weg in spannende Gastronomiebetriebe gefunden. Den Anfang hat unser White IPA im Klara im Kleinbasel gemacht. Den ganzen Februar konnte dort die fruchtig-hopfenbittere Versuchung verköstigt werden. Im März ging es ein paar Blocks weiter. Mit dem Brunette durften wir, wie letztes Jahr, im Didi Offensiv am Erasmusplatz vertreten sein. Und im Juli kam es dort gleich nochmals zum Einsatz.

UND weil die Besucher:innen der Fussballkulturbeiz absolute Feinschmecker:innen in Sachen Bier sind, durfte das CÜPLIPA Brut IPA im September auch mit von der Partie sein. Das CÜPLIPA schaffte es nicht nur in der Dose über die Region hinaus, sondern war ab Fass in der Bierbar "Bierliebe & Friends" in Luzern eines der Sommerhighlights. Am Reussquai konnte man unser feines Brut IPA mit herrlichem Blick auf die Kapellbrücke geniessen. Auch die Stadt-Solothurner kamen diesbezüglich nicht zu kurz: Denn im Red John Irish Pub wurde das aromatische Brut IPA nicht minder geschätzt. Es fand im September und Oktober so grossen Anklang, dass wir mehrere Lieferungen vornehmen durften. Das freute uns sehr. Auch im Herbst, in den Monaten Oktober und November, waren wir mit unserem Pale Ale am fünften Hahnen im Grossbasler Restaurant Löwenzorn, und das gleich zwei Mal. Denn im altehrwürdigen Restaurant am Gemsberg hat es drinnen und draussen je eine Ausschankanlage. Die vielen guten Feedbacks stimmen uns positiv und wir sind überzeugt, auch im 2021 die fünften Hähne belegen zu dürfen.


Was sonst noch im und um das Milchhüsli passierte


Erster Export:

Durch unsere Bekanntschaft mit Andi (s'Biereckle) beim Sommelierkurs konnten wir mit dem Blond und dem White IPA Teil seines Bieradventskalenders sein. Dies bedeutet gleichzeitig, dass wir zum ersten Mal Bier exportieren durften. Ein weiterer Meilenstein in unserer Geschichte.


Spezielle Biere:

Dieses Jahr haben wir neben dem CÜPLIPA Brut IPA spezielle Biere gebraut, die nicht in unserem Standardsortiment vorkommen. Gleichzeitig zum Schwarzen Juwel, das dieses Jahr stärker und noch ein bisschen intensiver geworden ist, haben wir das Hoppy Lager gebraut. Das leichtere Bier mit wahrnehmbarer Hopfennote war im Sommer sehr beliebt und genauso schnell ausverkauft wie das Schwarze Juwel. Das Weihnachtsbier hat aber beide anderen Biere in den Schatten gestellt. In Rekordzeit war es restlos ausverkauft. Und dies nicht ganz unberechtigt, denn es ist vorzüglich rausgekommen.


Onlinedegustation:

Die neuen Umstände verlangen auch von uns eine gewisse persönliche Anpassungsfähigkeit. Neben den Brauereiführungen und Degustationen vor Ort führten wir im Dezember mit der FHNW eine Onlinedegustation durch. Im Rahmen ihres Weihnachts-Mitarbeiteranlass konnten sich die Teilnehmer:innen für eine geführte Bierdegustation anmelden. Das lustige dabei, es gab ein Wiedersehen mit einigen Dozenten aus Dominik's und Luca's Studienzeit - Dieses Mal aber mit umgekehrten Vorzeichen: sie mussten uns zuhören. Die Onlinedegustation war sehr spannend und macht auf jeden Fall Lust auf mehr.


Am Schluss kommt alles gut


Ganz klar, dieses Jahr wird als schwieriges, herausforderndes und vor allem anspruchsvolles Jahr in die Geschichte eingehen. Unsere Motivation, unsere Zuversicht und unser Innovationsgeist liess uns dennoch zu einem versöhnlichen Jahresende kommen. Ein Jahr, in dem wir sehr vieles gelernt, aber auch viel erreicht haben. Wir sind stolz auf alles was wir trotz widrigen Umständen realisieren konnten und gehen dadurch gestärkt die nächsten Herausforderungen an. Ohne die Unterstützung unserer Familien, Freunden, Mitgliedern, Partnern und Kunden wäre das alles jedoch nicht möglich gewesen. Deshalb ein riesengrosses "Danggschön" an alle! Wir freuen uns auf ein spannendes 2021, sodass wir nächsten Dezember wieder gemeinsam auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken können. Wir wünschen euch allen ein gesundes, frohes neues Jahr.


Euer innovatives Brauerteam aus dem Milchhüsli

Dominik, Raphael und Luca

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