Raphael Stöckli: Diplom-Biersommelier

Es erfüllt mich mit Stolz und Freude, das Diplom des Biersommeliers in der Hand zu halten. In den zwei Ausbildungswochen durfte ich sehr viel über das Thema Bier lernen und habe diesbezüglich mein Wissen nochmals erweitern können.


Die erste Woche fand in Gräfelfing bei München bei der Doemens Akademie statt. Dort wurde uns zunächst einmal einiges über die Geschichte des Bieres erzählt. Danach machten wir uns mit den Rohstoffen des Bieres vertraut: Wasser, Hopfen und Malz. Sobald wir dessen mächtig waren, wurden wir in die Technologie der Bierherstellung (Sudhaus, Hefe/Gärführung, Lagerung/Filtration) eingeführt. 

Anschliessend lernten wir einiges über den Bierausschank. Vom Aufbau und Betrieb einer Schankanlage über die Reinigung bis hin zur Gläserpflege wurde alles thematisiert. 

Doch ein Biersommelier sollte sich nicht nur Wissen über die Bierherstellung aneignen. Er sollte das Bier auch degustieren können und angemessen beschreiben können. Deshalb hatten wir einerseits einen grossen Theorieteil über die Sensorik und andererseits immer wieder auch einen praktischen Teil: die Verkostung. Bei der Sensorik wurden Themen wie Sinnesphyiologie, psychologische Zusammenhänge, Biersprache und Kommunikation angesprochen. Bei der Verkostung wurde Wert darauf gelegt, dass man eine möglichst grosse Bandbreite an Bierstilen abdeckt. So kamen wir nicht nur in den Genuss von deutschen, österreichischen und tschechischen Bierstilen, sondern auch von belgischen, englischen und amerikanischen Bierstilen.

Wir haben also gelernt, welche Bierflavours in den verschiedenen Bierstilen vorkommen. Doch nicht nur die positiven Eindrücke sollten thematisiert werden, sondern auch sogenannte Bierfehler. Lichtgeschmack oder Diacetyl um nur zwei davon zu nennen. 

Die zweite Woche fand in Österreich statt, genauer in Obertrum am See. Im Kiesbye's Bierkulturhaus durften wir dann auf einer Versuchsanlage 100L Bier brauen. Wir entschieden uns für eine simple Rezeptur eines hellen Bieres (hauptsächlich Pilsner Malz + ein bisschen Caramalz) mit klassischen Hopfensorten. Denn bei unserm Bier soll nicht das Brauen das Spezielle sein, sondern die Reifung. Wir werden unsere 100L nämlich in einem Holzfass, welches vorher mit Gin versetzt wurde, lagern und reifen lassen. Ich bin schon sehr gespannt, wie das Bier schmecken wird...! :) 

Nebst dem Brauen war ein grosser Schwerpunkt die Gastronomie. So wurden wir in Marketing geschult und mussten eine eigene Bierkarte erstellen. Desweiteren mussten wir in einer Gruppenarbeit einen Bierevent planen und in einer kleinen belgischen Bierbar in Salzburg für einen Abend servieren und Biere empfehlen können (sie hatten über 200 Bier im Sortiment!).

Ein weiterer Aspekt war das Aromapairing, also Bier mit Essen zu kombinieren. In diesem Bereich wurden wir in der Kombination Bier&Käse, Bier&Schokolade und Bier&Cocktail geschult. Spannend was man alles aus/mit Bier machen kann! 

Selbstverständlich durften auch in dieser Woche die Verkostungen nicht fehlen. Dieses mal konzentrierten wir uns auf Vintage Biere, "Biere aus dem Bierkeller" und auf Spezialbiere (Ingwerbier, Gurkenbiere, ...)

Schlussendlich lernten wir auch einiges über die Psychologie der Bierkonsumenten, über die Trends der Bierszene, über das perfekte Glas zum Bier und über das Kochen mit Bier. Ein vollumfängliches Programm, dass es in sich hatte! Nach den Prüfungen war für uns eine Besichtigung der Trumer Brauerei organisiert. Eine fantastische Brauerei mit einer Top-Anlage! Sehr spannend und eindrücklich zugleich.


Es waren zwei sehr intensive Wochen. Ich durfte sehr viel Neues erfahren und tolle Leute kennenlernen. Wir alle hatten etwas gemeinsam und das war die Leidenschaft zum Bier. Ich bin sehr froh, habe ich mich für diesen Kurs angemeldet und bin stolz ein Mitglied der Diplom-Biersommeliers zu sein. 

Raphael Stöckli

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